Auf den Spuren der Industrie

Emil Retzbach

Werkmeister

Emil Retzbach war Werkmeister der Falcon-Werke AG und zugleich jahrelanger Wegbegleiter des Direktors Gottlieb Hartlieb. Beide kannten sich schon aus dem Betrieb in Sontheim. Als Falcon seinen Hauptsitz in Ober-Ramstadt einrichtete, zog Emil Retzbach erst beruflich mit. Wie im Familienkreis erzählt wird, fuhr Retzbach mit dem Motorrad oder Automobil oft in die alte Heimat. Insbesondere da seine Ehefrau Friederike mit Tochter Hermine und Sohn Alfred erst einige Zeit später nach Ober-Ramstadt nachkamen. Später wohnten sie gemeinsam in der Wehrstraße (heute Leuschnerstraße). Von dort war der Weg ins Werksgelände nicht weit.

Sicherlich mit Hindernissen und Anlaufschwierigkeiten begann 1922 in Ober-Ramstadt die Produktion des kleinen Falcon CA 6 6/20 PS.

Der Herstellungsablauf folgte noch eher handwerklichen Prinzipen, geschah in Einzelfertigung und lief deshalb eher schleppend an. Nicht zuletzt fehlten die notwenigen Facharbeiter – und umso wertvoller waren die Fertigkeiten von Emil Retzbach. Er hatte eine fundierte Ausbildung als Mechaniker und Werkzeugmacher durchlaufen und brachte seine Erfahrung in die Konstruktion und Entwicklung des Falcon CA 6 ein. Laut Familienüberlieferung verbanden sich gute Ausbildung und sein Talent mit der berühmten Akribie eines schwäbischen Tüftlers, als der er bekannt war.

Dabei konnte Emil Retzbach sich auch bei Rennveranstaltungen mit der automobilen Konkurrenz messen. Beim ADAC-Kleinauto-Rennen belegte er in der „Blauen Klasse“ über eine Distanz von 433,5 km nach 6 Stunden 46 Minuten und 49 Sekunden den 4. Platz. Als Beifahrer von Gottlieb Hartlieb schaffte er es dann knapp vier Wochen später in der 6-PS-Klasse bei der 24-Stundenfahrt im Taunus nach rund 1.000 km Fahrt strafpunktfrei ins Ziel zu kommen. Weiterhin nicht nur in den Werkshallen, sondern auch im Rennsport aktiv, war er zusammen mit Gottlieb Hartlieb mit dem neuen Falcon Typ T VI am 20. und 21. Juni 1925 bei der 24-Stunden-Fahrt für Automobile des FAC im Taunus im Einsatz.

Der Werkmeister Emil Retzbach zog nach Ende der Falcon-Werke AG mit seiner Familie im November 1926 wieder in seinen Heimatort Gemmrigheim an den Neckar zurück. Er folgte seinem Chef Gottlieb Hartlieb, der nach Sontheim zurückkehrte.

1922

Falcon-Werke AG

Die Falcon Automobilwerke stellten ab 1922 Automobile her. Es wurden vermutlich rund 400 Autos in Einzelfertigung gebaut. Auch bei sportlichen Wettfahrten erfolgreich, galt der Falcon CA 6 als zuverlässig.

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Hans Blumenschein

Verdeckmacher und Sattler

Der Ober-Ramstädter Hans Blumenschein wurde 1898 geboren. Er arbeitete als Verdeckmacher und Sattler bei Falcon und den Röhr-Werken. Er betrieb nach 1945 ein Polster- und Sattlergeschäft im Ort.

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