2005
Stadtentwicklung
Der Umbau des rund 9,5 Hektar großen ehemaligen Röhr- und MIAG-Werksgeländes im Herzen von Ober-Ramstadt stellt ein Paradebeispiel für die erfolgreiche Konversion einer historischen Industriebrache hin zu einem modernen Stadtquartier dar. Ab 2009 setzte eine umfassende Transformation ein, die den Raum städtebaulich neu geordnet hat. Die Stadtentwicklungsgesellschaft Ober-Ramstadt (SEG) übernahm bei dem Projekt die tragende Rolle als Koordinations- und Entwicklungsplattform. Sie steuerte die Aufstellung und spätere Modifikation des Bebauungsplans „Im Ochsenbruch“. Das Ziel der SEG war es, das Areal nicht als isolierte Siedlung, sondern als integrativen Bestandteil des Stadtkerns zu etablieren, der Wohnen, Arbeiten und Erholung miteinander verknüpft.
Die planerischen Entwürfe basierten auf dem Leitgedanken, industrielle Identität und moderne Lebensqualität zu verbinden. Das beauftragte Architekturbüro Brücher & Brücher setzte bei der Sanierung des Verwaltungstrakts auf eine sensible Verwebung von historischer Bausubstanz und moderner Infrastruktur.
Über die Jahre ist auf dem Gelände ein lebendiges, urbanes Mischgebiet entstanden. Heute wohnen hier rund 600 Menschen in etwa 170 neu geschaffenen Wohneinheiten, die gezielt ein Angebot für Familien, Senioren und Menschen mit Behinderung schaffen. Die Hundertmeterhalle ist ein Gesundheits- und Dienstleistungszentrum, während das markante, denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude mit seinem charakteristischen grünen Tonnendach aufwendig saniert worden ist. Unter dem Namen „Röhr Werk“ dient es heute als moderner Bürokomplex für verschiedene Dienstleister. Das Kernstück ist jedoch das Naherholungsgebiet, mit dem der Stadtteil eine grüne Lunge erhielt.