Auf den Spuren der Industrie

Hermann Hoffmann

Industriearbeiter

Seit der Inbetriebnahme des Tire-Depots im April 1946 arbeiteten dort deutsche Arbeitskräfte. Zu den ersten zählten 168 ehemalige deutsche Kriegsgefangene, die mit den amerikanischen Streitkräften aus Frankreich und Belgien nach Ober-Ramstadt gelangten. Im Jahr 1953 umfasste die Belegschaft 360 deutsche Arbeiter und Angestellte. Die meisten waren in der industriellen Runderneuerung von Reifen sowie in der Herstellung von Formartikeln aus Alt- und Abfallgummi tätig. Zu ihren Aufgaben zählte auch die Reparatur von Ketten für Militärfahrzeuge – die dazu benötigten Gummiteile wurden dafür in Ober-Ramstadt gefertigt. Über 50 Prozent der Industriearbeiter waren 1953 schon mehr als fünf Jahre im Betrieb. In späteren Jahrzehnten kamen zahlreiche Gastarbeiter hinzu. Im Jahr 1976 waren von den rund 220 Beschäftigten noch 21 aus der Anfangszeit im Werk und feierten ihr 30-jähriges Betriebsjubiläum.1987 zählte das Tire-Depot rund 300 Beschäftigte, während kurz vor der Schließung 1992 noch 160 Arbeiter hier tätig waren.

Zu den langjährigen deutschen Arbeitern zählte Hermann Hoffmann, der von 1947 bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand 1975 über 28 Jahre im Betrieb tätig war. Seit 1959 wirkte er als „Inspektor für Reifen, Panzerräder und Kettenglieder“ innerhalb der Qualitätskontrollabteilung.