Auf den Spuren der Industrie

„Gastarbeiter“

Seit Mitte der 1950er Jahre kamen viele Arbeitsmigranten, sogenannte „Gastarbeiter“ in die Bundesrepublik Deutschland. Hierzu gab es von 1955 bis 1973 bilaterale Anwerbeabkommen zunächst mit Italien, etwas später auch mit Spanien, Griechenland oder der Türkei.

Die Arbeitsmigranten leisteten einen wichtigen Beitrag zum Wiederaufbau und Wirtschaftswachstum der jungen Bundesrepublik und glichen den vorherrschenden Arbeitskräftemangel aus. Auch im Tire-Depot in Ober-Ramstadt fanden Gastarbeiter Arbeit. In den 1970er und 1980er Jahren kamen die Beschäftigten aus rund einem Dutzend verschiedener Nationen, darunter aus der Türkei, Italien, Spanien, Portugal, Jugoslawien, Frankreich, Großbritannien und dem Libanon. Die mit Abstand größte Gruppe stellten türkische Beschäftigte, von denen ein Großteil aus der kleinen Stadt Fethiye in der Provinz Malatya in Ostanatolien stammten. Zusammen mit ihren deutschen Kollegen arbeiteten sie gemeinsam in der Produktion und in der Montage. Viele Gastarbeiter blieben in Ober-Ramstadt und gründeten hier Familien.

Auf dem Bild zu sehen sind Hüseyin Sevim, Mehmet Aslan, Mihdi Öksüz und Ali-Ekber Sevim bei der Montage von Kettengliedern für Panzer. Der Familienname Sevim ist bis heute in Ober-Ramstadt geläufig.